Versuche, die Zeichen zu lesen

 

Der Mensch zeichnet sich nicht nur durch den Willen aus, Zeichen zu setzen, sondern auch durch die Fähigkeit, Zeichen zu lesen. In jeder Wolke, in jedem Farbfleck vermögen wir Dinge zu erkennen, und Assoziationen können die entferntesten und gegensätzlichsten Gegenstände und Phänomene miteinander verbinden. 

 

In Zeiten der Krise, wenn Botschaften Angst erzeugen und Widersprüche transportieren, wenn die Kommunikation feindlicher wird und viele verstummen, steigt das Bedürfnis, Zeichen zu entziffern. Man sucht Antworten und glaubt sie außerhalb von sich selbst zu finden, dabei hat man sich die Zeichen selbst zusammengelesen: in Gehweite von der eigenen Wohnung, die man nur noch zu stark eingegrenzten Zwecken verlassen darf. Zum Beispiel für Spaziergänge, auf denen man plötzlich, en passant Spuren von Gedichten findet. 

 

(November/Dezember 2020)

 

Veröffentlichte Fotolyrik „Versuche, die Zeichen zu lesen“:

Der Hotlistblog

Poesiegalerie

 

 

Lockdown-Spaziergänge, Verlängerung

 

Spaziergänge in der Verlängerung, in einer Endlosschleife der immer gleichen Wege in Gehweite von der eigenen Wohnung. Wo man anfangs noch Zeichen zu lesen versuchte, findet man jetzt nur noch Rätsel. Oder allzu klare Antworten, die aber nichts mehr bedeuten. Das Zeichenlesen scheint sinnlos zu werden, zu reiner Ästhetik ... (Januar 2021)

 

 

Lockdown-Spaziergänge, Endlosschleife

 

Versuche, die Zeichen zu lesen, in der Endlosschleife, die nur von einem Willensakt durchbrochen werden kann – sozusagen vom Frühling inspiriert für beendet erklärt.

(Ende Februar 2021)

 

Aktuelles:

 

Jüngere Publikationen

November 2020:

Gemütsstörungen. Sonette. Limbus Verlag (Limbus)

 

- Interview mit Martina Weber auf manafonistas.de, 26.4.2021

Gespräch über meine Bücher auf Freies Radio Freistadt

 

Fotografien

Lockdown-Spaziergänge: Versuche, die Zeichen zu lesen.

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© Kirstin Breitenfellner