Gemütsstörungen

„Lyrik muss heutzutage keinen Regeln mehr gehorchen - aber sie darf. Kirstin Breitenfellner nimmt sich die Freiheit der formalen Strenge und nutzt das geschichtsreiche Sonett entspannt für ebenso philosophische wie sinnliche Überlegungen. Umkreist werden dabei schlicht die Bedingungen des Menschseins zu Beginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts.

Zwischen Weltall und World Wide Web, zwischen Ruhmsucht und Einsamkeit, zwischen gefühlter Unabhängigkeit und unabdingbarer Vernetzung versuchen die Protagonisten dieser Sonette - geworfen in verschiedenste unwelten - ihren Platz zu finden. Im zentralen Teil gemütsstörungen stellt jedes Sonett eine einzelne Figur in ihren ganz persönlichen Verstrickungen vor, und der letzte Teil conditio personae versucht vorsichtig, aus alledem Schlussfolgerungen zu ziehen. Wir begegnen den Einsamen, den Sturen, den Zornigen, den Selbstgewissen, den Gedemütigten, den Müden, den Schönen, den Glücklichen - und erkennen im Allgemeinen wie im Besonderen immerauch Teile von uns selbst.“ (Klappentext)

 

Gespräch über das Schreiben von Gedichten, Prosa, Kinderbüchern und Sachbüchern auf Freies Radio Freistadt am 7.7.2020

 

Veröffentlichte Gedichte im Netz:

 

Text des Tages auf fixpoetry.com: wie kalt er wummert

 

Poesiegalerie.at: ich bin ein medium

 

 

Rezensionen:

 

„,Gemütsstörungen‘ ist ein origineller Versuch, ein strenges formales Korsett mit zeitgenössischen Themen und Fragestellungen aufzufüllen. Neben gelegentlichen Alliterationen, Enjambements und Wortspielereien sowie nicht wenigen verfremdeten Redewendungen bleibt selbstredend der durchgehaltene Reim und damit die Musikalität oberstes Merkmal dieser Gedichte, die, stets gleich lang, sich mal wie ein Charakter-Rätselraten, mal wie eine kleine Geschichte vom Scheitern oder Erfolg einer Person lesen, und dann wieder wie eine lyrische Begriffserklärung. Ungewöhnliches, formbewusstes Lyrikvergnügen!“

 

jJelena Dabic, Literaturhaus.at, 12.1.2021

 

reger reigen

„In der Fachsprache der Musiker wird das Langsamerwerden zum Beispiel als ,Ritardando‘ bezeichnet; und ein solches hat auch Kirstin Breitenfellner in einem Gedicht ihres Bandes ,reger reigen‘ (Passagen Verlag, Wien) komponiert - nicht mit Tönen, sondern mit Worten, die sowohl schön klingen, als auch an vergleichbare Vorläufer anklingen. So hört der Rezensent in "ritardando" ganz von ferne einen leisen Artmann-Ton:

 

die bäume greifen
aus ins feld
sie stehen fest

der regen fällt

 

die früchte reifen
ein das jahr
die müdigkeit

kämpft aus sich klar

 

die blumen ranken
ein das kraut
und auf den blanken

 

gräsern staut
gedanken-

schwer der schnee
und baut

 

ein haus
so schön

 

Mit solch betörenden Strophen im Ohr darf man den Sinn getrost ein wenig vernachlässigen, und sich das Ganze wie ein Lied ohne Töne vorstellen.“

 

Hermann Schlösser, Wiener Zeitung, 5.11.2017

 

das ohr klingt nicht nur vom horchen

Ausgezeichnet mit der Buchprämie des Bundeskanzleramts 2005 

 

Online-Rezensionen:

Tiroler Bildungsservice

Buchkritik

Literaturhaus

 

„... sich bei Breitenfellner ein frisches Gefühl für Sprache mit einer situativen und emotionalen Reflexivität paart, die man so selten findet in der deutschsprachigen Gegenwartslyrik von Frauen. ... Das ist zweifellos gute Lyrik, die sich vom Sprachklang und von der Vorstellungskraft einzelner prägnanter Worte leiten lässt und dabei auch den nahe liegenden Neologismus nicht scheut. www.literaturhaus.at, Nicole Streitler "... in Kirstin Breitfellners Gedichten stecken alle nur denkbaren Klänge der Poesie." Helmuth Schönauer "Die Autorin, nein Dichterin zeigt einen leichtfüßigen Umgang mit der Sprache, sie ist ihr eigen.“

www.buchkritik.at, Rudolf Kraus

 

Aktuelles:

 

Soeben erschienen:

Gemütsstörungen. Sonette. Limbus Verlag (Limbus, November 2020)

 

Lockdown-Spaziergänge: Versuche, die Zeichen zu lesen.

 

Gespräch über meine Bücher auf Freies Radio Freistadt

 

Neu erschienen:

Was ist Yoga? Ein philosophisches ABC des Yogaübens und ein Wegweiser durch den Dschungel von Trends und Irrwegen. Mit Illustrationen von Bianca Tschaikner (Falter, November 2019)

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© Kirstin Breitenfellner